Freitag, 17. Februar 2017

Indiens ehrgeizige Photovoltaik-Pläne


Indien macht sich stark für Solar: Das Land mit dem weltweit größten PV-Park wird ab dem nächsten Jahr planmäßig der drittgrößte Solarmarkt der Welt.


Bilder wurden veröffentlicht, die die schiere Größe eines neuen Solarkraftwerks im Süden Indiens zeigt. Die Anlage in Kamuthi, Tamil Nadu, hat eine Kapazität von 648 Megawatt und umfasst eine Fläche von 10 Quadratkilometern. Damit ist es das größte Solarkraftwerk an einem Standort. Zuvor trug diesen Titel die Topaz Solar Farm in Kalifornien mit einer Leistung von 550 Megawatt. Die in acht Monaten gefertigte und von der Adani-Gruppe finanzierte Solaranlage wird jeden Tag von einem Robot-System gereinigt, das von den eigenen Solarmodulen aufgeladen wird.

Läuft die Anlage auf voller Kapazität, erzeugt sie schätzungsweise genug Strom, um etwa 150 000 Häuser zu versorgen. Das Projekt umfasst 2,5 Millionen einzelne Solarmodule und kostet etwa 637 Millionen Euro. Die neue Anlage hat dazu beigetragen, Indiens insgesamt installierte Solar-Kapazitä über die 10-Gigawatt-Marke zu bringen.

Mit dem Ausbau von Solarenergie soll Indien ab dem kommenden Jahr nach China und den USA der drittgrößte Solarmarkt der Welt werden. Trotz der wachstumsstarken Solarenergie-Branche muss Indien die Photovoltaik-Anlage weiter ausbauen, um die ehrgeizigen Ziele der Regierung zu erreichen. Bis 2022 will Indien 60 Millionen Häuser unter die Sonne bringen. Es ist Teil des Regierungsziels, 40 Prozent seiner Energie bis 2030 aus nicht fossilen Brennstoffen zu produzieren. Dieses Ziel loben Umweltgruppen und hoffen, dass diese Maßnahme dazu hilft, die Luftverschmutzung zu reduzieren. Das ist dringend nötig: Am Anfang diesen Monats erreichte das Verschmutzungsniveau in der Hauptstadt Neu-Delhi die Höchstmarke seit 17 Jahren.

Quelle:  industr.com

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Donnerstag, 16. Februar 2017

Bewegung auch im Batteriengeschäft - zumindest in Deutschland

Der deutsche Energiedienstleister LichtBlick vermittelt ab sofort Batteriespeicher der Unternehmen sonnen und Fronius. Das Energie- und IT-Unternehmen bietet Interessierten alles aus einer Hand an – vom Preisvergleich über die Vermittlung der Solarspeicher inklusive Installation bis hin zur Reststrom-Belieferung mit 100 Prozent Ökostrom aus Deutschland.
 

Mehr Unabhängigkeit und ein Beitrag für die Energiewende leisten – das sind die beiden wesentlichen Gründe für viele Verbraucher, sich für einen Batteriespeicher zu entscheiden. „Wer eigenen Solarstrom erzeugt, möchte diesen auch möglichst selbst rund um die Uhr nutzen und nicht für ein paar Cent ins Netz speisen“, so Gero Lücking, Geschäftsführung Energiewirtschaft bei LichtBlick. „Solarspeicher erhöhen jedoch nicht nur die eigene Unabhängigkeit, sondern senken auch deutlich die Energiekosten – Kunden sparen so einige Hundert Euro im Jahr.“ Bei LichtBlick können Kunden eine sonnenBatterie von sonnen oder eine Fronius Solar Battery auswählen. LichtBlick-Partner übernehmen die Installation der Batteriespeicher vor Ort.
 

Die von LichtBlick in Deutschland vermittelten Batteriespeicher sind SchwarmBatterien®. Sie können zukünftig intelligent vernetzt in die Energiemärkte integriert werden. Indem sie überschüssigen Wind- und Solarstrom zwischenspeichern und bei Bedarf wieder ins Netz einspeisen, entlasten die Batteriespeicher die Stromnetze und gewährleisten eine stabile Energieversorgung. Die jüngste Reform des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) schafft laut LichtBlick eine erste Voraussetzung für die Marktintegration von Heimspeichern. „Erstmals erkennt der Gesetzgeber den Mischbetrieb von Solarspeichern an – einerseits die Optimierung der Eigenversorgung, andererseits die Stabilisierung des Netzes. Für jede Kilowattstunde, die das Netz stabilisiert, fällt künftig keine EEG-Umlage mehr an“, so Lücking. Allerdings seien weitere Reformen wie kostengünstige Messkonzepte und eine Entlastung bei den Netzentgelten erforderlich, um Heimspeicher wirtschaftlich in die Energiemärkte zu integrieren.
 

LichtBlick bietet Verbrauchern über den Vermittlungsansatz eine neuartige und kundenorientierte Möglichkeit, mit wenigen Angaben ein maßgeschneidertes Batterieangebot zu erhalten. Kunden, die sich für eine Reststrom-Belieferung von LichtBlick entscheiden, erhalten einen Rabatt auf den Kilowattstunden-Preis. Zukünftig sollen Batteriespeicher weiterer Anbieter, wie die Powerwall 2.0 von Tesla, in das Angebot aufgenommen werden. 

Quelle: Lichtblick 

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Dienstag, 14. Februar 2017

Widersprüchliches vom Solarmarkt

Es zeigt sich schon bei den Firmen: Mit Solarworld ist einer der grossen Namen der Solära ist wieder mal am Schwächeln - während sich mit First Solar ein anderer grad wieder zu erholen scheint. Und für die Märkte insgesamt zeigen sich einerseits ebenfalls (schon berichtete - siehe Solarmedia 7. Februar 2017) Schwächesymptome - und andrerseits geht der weltweite Boom, der sich schon 2016 deutlich bemerkbar machte, munter weiter. 

Solarworld-Chef Frank Asbeck kämpft
Nach Angaben des deutschen Handelsblatts
um den Fortbestand seines Photovoltaikkonzerns.

Quelle: dpa / Solarworld

Es ist die deutsche Modulherstellerin Solarworld, die trotz gutem Namen und qualitativ weiterhin unbestrittenermassen hochstehender Produkte, wirtschaftlich wieder mal in den Miesen steht. So meldete die in Freiberg bei Bonn ansässige Firma unlängst, dass sie im  Geschäftsjahr 2016 ihre konzernweite Absatzmenge gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent auf 1.375 (2015: 1.159) Megawatt (MW)  steigerte. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 5 Prozent auf 803 (2015: 763) Mio. €. Aber: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug -26 (2015: 41) Mio. € inklusive Rückstellungen in Höhe von 12 Mio. € für Maßnahmen zur Fokussierung der operativen Aktivitäten bis 2019. Das vorläufige Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf -99 (2015: -4) Mio. €. Hierin enthalten sind nicht cash-relevante Sondereffekte aus Wertberichtigungen auf das Anlagevermögen in Höhe von -25 Mio. €. SolarWorld verfügte zum 31. Dezember 2016 noch über liquide Mittel in Höhe von 88 (31. Dezember 2015: 189) Mio. €. Im 4. Quartal 2016 hat sich die Liquidität im Vergleich zum Vorquartal verbessert (30. September 2016: 84 Mio. €). 

Die SolarWorld AG wird im Laufe des Jahres 2017 ihre Geschäftsaktivitäten auf monokristalline Hochleistungsprodukte fokussieren. Dies wird den Aufwand in Produktion, Vertrieb und Verwaltung deutlich reduzieren und zu einem Rückgang der Mitarbeiterzahl um rund 400  bei gleichzeitiger Steigerung der Modulabsatzmenge auf rund 2 Gigawatt bis 2019 führen. Unter der Annahme, dass der Solarmarkt umkämpft bleibt, aber keine außergewöhnlichen Preisrückgänge eintreten, rechnet das Unternehmen für das Jahr 2017 mit einem Anstieg des EBIT gegenüber 2016, wenngleich es noch negativ bleiben dürfte.  Die Absatzmengen sollen im aktuellen Geschäftsjahr steigen. Der Konzernumsatz 2017 dürfte etwa auf Vorjahresniveau liegen. 

Während Solarworld also wieder einmal nicht allzu weit vom Abgrund entfernt steht, weist der US-Dünnschichtmodulhersteller First Solar wieder deutlich robusterre Zahlen aus. Er hat zwei wichtige Aufträge aus der Pazifikregion erhalten. In Australien ist der Solarkonzern nun am größten Solarprojekt des Landes beteiligt. First Solar kann neben einem gigantischen Auftrag aus Australien einen weiteren Erfolg in Thailand verbuchen. Das Unternehmen erhielt dort einen Regierungsauftrag für vier Solarparks. Kumuliert geht es in beiden Aufträgen um fast 160 Megawatt installierte Photovoltaik(PV)-Leistung. Dabei handelt es sich im Fall Australien um einen Modulliefervertrage für ein 140 MW PV-Projekt im australischen Bundesstaat Queensland. Die „DC Sun Metals Solar Farm“ soll nach Fertigstellung das größte Solarprojekt in ganz Australien sein. Die Solaranlage nahe Townsville im Norden Australiens wird zukünftig die Zinkfabrik von Sun Metals mit Energie versorgen. Die Errichtung der Anlage soll im April 2017 beginnen. Großflächige Solaranlagen entwickeln sich in Australien zunehmend zu einer der kosteneffizientesten Formen der Energiegewinnung. Und in Thailand hat First Solar die Fertigstellung von neuen Solarparks in Thailand verkündet. Dort hatte das Unternehmen zusammen mit der Prime Road Group vier Solarparks mit insgesamt etwa 18 MW Leistung errichtet. Die Anlagen in den Provinzen Ayutthaya und Pathum Thani greifen dabei auf mehr als 158.500 PV-Module von First Solar zurück. Das Projekt wurde im Rahmen eines thailändischen Regierungsprogramms entwickelt und soll dabei helfen, das Landesziel von 30 Prozent erneuerbarer Energie bis 2036 zu erreichen. Aktuell ist Thailand stark von Energieimporten abhängig und möchte mit dem Ausbauziel dieser Abhängigkeit entgegenwirken.  In der vergangenen Woche ist die Aktie von First Solar vor dem Hintergrund der beiden Großaufträge um rund vier Prozent geklettert. Allerdings war das Wertpapier im vergangenen Jahr 2016 mit einem Kursminus von rund 50 Prozent unter die Räder gekommen. Seit Anfang 2017 pendelt das Papier zwischen 28 und 34 Euro. 

Schliesslich sind die Märkte als Ganzes einerseits wie in Europa weiterhin in schwacher Verfassung (mit leichten Besserungszeichen). Andrerseits zeigt sich aber, dass der schon 2016 mit neuem Weltrekord bei den verbauten Modulen (Solarmedia vom 26. Januar 2017) keine Eintagsfliege bleiben wird. Denn ausserhalb Europas und vor allem auch in den südlichen Ländern geht es munter voran mit der Photovoltaik. Für den Großteil der weltweit produzierten Photovoltaikmodule wird Polysilizium verarbeitet. Die Polysilizium-Marktspezialisten von Bernreuter Research vermelden nun stark erhöhte Importe des Rohstoffs in China. Damit könnte sich nach Einschätzung der Experten ein neuer Solarrekord in China andeuten.

Quellen: Solarworld  /  solarbranche.de / solarbranche.de

©  Solarmedia

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Freitag, 10. Februar 2017

Grundlage für neuartige Solarzellen

Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Grundlagen für einen völlig neuen Typus von Solarzelle entwickelt. Die neuartige Methode wandelt jenseits der herkömmlichen Wirkmechanismen Infrarotlicht in elektrische Energie um. 

Die Funktion der Festkörper-Solarzelle aus dem Mineral Perowskit beruht auf sogenannten Polaron-Anregungen. Das sind kombinierte Anregungen von Elektronen und Gitterschwingungen des Festkörpers. Die Wissenschaftler um Prof. Christian Jooss von der Universität Göttingen, Prof. Simone Techert, Leitende Wissenschaftlerin bei DESY, Professorin an der Universität Göttingen und Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen, sowie Prof. Peter Blöchl von der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld stellen ihre Entwicklung im Fachblatt „Advanced Energy Materials“ vor.

„Während in konventionellen Solarzellen die Wechselwirkung von Elektronen mit Gitterschwingungen zu unerwünschten Verlusten führen und daher ein wesentliches Problem darstellen, können diese Polaron-Anregungen in der Perowskit-Solarzelle bei bestimmten Betriebstemperaturen fraktal gebildet und langlebig genug werden, damit ein ausgeprägter photovoltaischer Effekt auftritt“, erläutert Hauptautor Dirk Raiser vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen und DESY. „Dies erfordert jedoch einen geordneten Grundzustand der Ladungen, der einer Art Kristallisation der Ladungen entspricht und so starke kooperative Wechselwirkungen der Polaronen ermöglicht.“

Die untersuchten Perowskit-Solarzellen mussten im Labor auf etwa minus 35 Grad Celsius gekühlt werden, damit der Effekt einsetzte. Voraussetzung für eine praktische Anwendung ist die Realisation geordneter Polaronenzustände bei höheren Temperaturen. „Die vorliegenden Messungen wurden an einem gut charakterisierten Referenzmaterial durchgeführt, um das Prinzip des Effektes zu verdeutlichen, dafür wurde die tiefe Übergangstemperatur in Kauf genommen“, erläutert Ko-Autorin Techert.

Göttinger Materialphysiker arbeiten an einer Modifizierung und Optimierung des Materials, um eine höhere Betriebstemperatur zu erreichen. „Der kooperativen Zustand könnte sich unter Umständen auch durch geschickte Anregung mit weiterem Licht vorübergehend einstellen lassen“, sagt Techert. Sofern eine dieser Strategien erfolgreich ist, könnten zukünftig Solarzellen oder photochemische Energieträger mittels reichlich vorhandener Perowskit-Oxidverbindungen erzeugt werden.

„Die Entwicklung hocheffizienter und einfach gebauter Festkörper-Solarzellen ist immer noch eine wissenschaftliche Herausforderung, der sich viele Arbeitsgruppen auf der Welt stellen, um die künftige Energieversorgungen zu gewährleisten“, betont Forschungsleiter Jooss. „Neben der Material- oder Bauoptimierung schon etablierter Solarzellen beinhaltet dies auch die Erforschung neuer grundlegender Mechanismen des lichtinduzierten Ladungstransports und der Umwandlung in elektrische Energie. Auf diese Weise sollte es möglich sein, Solarzellen basierend auf neuen Wirkprinzipien zu entwickeln.“

Genau dies ist der interdisziplinären Gruppe von Materialphysikern, Theoretikern, chemischen Physikern und Röntgenphysikern nun im Rahmen des Göttinger Sonderforschungsbereich SFB 1073, „Kontrolle der Energiewandlung auf atomaren Skalen“, gelungen. Für die Erforschung der neuartigen Solarzellenfunktion waren dabei ultraschnelle optische und strukturelle Analysemethoden entscheidend, wie sie in aktuellen und früheren Arbeiten zu diesem Thema zum Einsatz kamen.

„Insbesondere erfordert die Bestimmung dynamischer Prozesse in molekularen Einheiten – als sogenannter Molekularfilm – den Einsatz brillanter und ultraschneller Röntgenlichtquellen wie PETRA III bei DESY oder dem Europäischen Freie-Elektronenlaser European XFEL, der in diesem Jahr den Betrieb beginnt“, betont Techert. „Solche Untersuchungen, die zum Teil bereits zu der aktuellen Studie beigetragen haben, führen zu einem neuartigen Verständnis von Ladungstransferprozessen, was wiederum neue Solarzellenfunktionen ermöglicht.“ An der Arbeit waren Forscher der Universität Göttingen, des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie, der Technischen Universität Clausthal-Zellerfeld und von DESY beteiligt.

Quelle:  Desy Inform

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Mittwoch, 8. Februar 2017

4 Mythen über Solarenergie widerlegt

Das Vorurteil: In der Schweiz scheint zu wenig die Sonne, um wesentliche Mengen Solarstrom produzieren zu können. Die Fakten: Das Schweizer Wetter ist nicht so schlecht, wie manche annehmen. Tagsüber produziert eine Photovoltaikanlage zudem selbst bei bewölktem Himmel und Regen Strom. Die Zahlen sprechen für sich: Ein Quadratmeter Photovoltaikfläche liefert hierzulande jährlich 185 kWh. Somit reichen acht Quadratmeter aus, um 20 Prozent des durchschnittlichen Schweizer Pro-Kopf- Bedarfs von 7000 kWh pro Jahr zu decken. Und es gibt noch viel Potenzial: In Dänemark und Deutschland, beides weniger sonnige Länder als die Schweiz, lässt sich die Gesamtleistung aller bereits installierten Photovoltaikanlagen auf 500 Watt pro Einwohner aufteilen. Bei uns sind es gerade mal 140 Watt.

Das Vorurteil: Photovoltaikanlagen sind viel zu teuer. Die Fakten: Die Preise für Photovoltaik sind massiv gesunken. Eine Anlage fürs Dach ist heute bereits ab 13'000 Franken zu haben. Richtig gerechnet, wird es noch günstiger: durch Steuerabzüge – in den meisten Kantonen machen sie 15 bis 20 Prozent des Anlagenwerts aus. Und durch die Einmalvergütung, die Förderbeiträge in der Höhe von bis zu 20 bis 30 Prozent der Investition in die Anlage vorsieht. Kein Wunder, entscheiden sich 14'000 Schweizer Haushalte pro Jahr, selber Stromproduzenten zu werden. Noch nicht überzeugt? Dann schauen Sie doch einfach, wie es um das Potenzial und die Rentabilität einer Solaranlage für Ihr Dach steht!

Das Vorurteil: Solarstrom ist nicht nachhaltig. Denn die für Herstellung, Transport und Entsorgung der Photovoltaik- Module aufgewandte graue Energie lässt sich durch die Solarstromproduktion nicht kompensieren. Die Fakten: Eine zum Beispiel in China hergestellte Photovoltaikanlage verbraucht 1257 kWh graue Energie pro Quadratmeter. Laut einer Studie des Paul Scherrer Instituts spart jedoch ein Quadratmeter Photovoltaik jährlich 574 kWh an nicht erneuerbarer Energie. Nach etwas mehr als zwei Jahren ist die graue Energie also bereits energetisch amortisiert. Gerechnet über die ganze Lebensdauer einer Photovoltaikanlage, die heute dreissig Jahre beträgt, ist sie sogar 14-mal abgegolten.

Das Vorurteil: Vom eigenen Solarstrom kann man selber kaum profitieren. Er wird ja nicht dann produziert, wenn man ihn am meisten braucht. Die Fakten: Selbst wenn niemand zu Hause ist, verbrauchen Häuser Energie. 15 bis 25 Prozent des Solarstroms werden in den eigenen vier Wänden konsumiert, denn Geräte wie der Kühlschrank und Tiefkühler laufen rund um die Uhr. Und Modems und TV-Boxen verbrauchen selbst im Standby-Modus Strom. Der Eigenverbrauch lässt sich auch mit einem Wärmepumpen-Heizsystem, das vom hauseigenen Solarstrom angetrieben wird, erhöhen. Dank intelligentem Steuerungssystem lässt sich der Betrieb von Geräten / Haustechnik manuell / automatisch auf die Solarstromproduktion abstimmen.

Quelle: energie schweiz / Bild. Guntram Rehsche - Solardach in Gurtnellen UR

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Dienstag, 7. Februar 2017

Solarboom zieht an Europa vorbei

Während die weltweit installierte Photovoltaik(PV)-Leistung im zuletzt die Marke von 300.000 Megawatt (MW) überschritten hat, bricht der europäische Solarmarkt ein. Der Solarverband Solarpower Europe bringt daher konkrete Vorschläge in die Verhandlungen um die europäische Energiestrategie ein. 

Der weltweite Solarmarkt ist im Jahr 2016 um 49 Prozent auf 76.100 MW gewachsen (2015: 51.200 MW). Das ist das Ergebnis der ersten Schätzungen von Solarpower Europe. Fast die Hälfte (45 Prozent) des weltweiten Solarzubaus entfiel 2016 auf China. Der PV-Markt in dem Riesenreich legte um 125 Prozent auf 34.200 MW zu (2015: 15.200 MW). Zweitgrößter Markt (19 Prozent) sind die USA mit einem Zubau von gut 14.000 MW (2015: 7.300 MW). Japan belegt mit einem Marktanteil von elf Prozent bzw. 8.600 MW den dritten Rang (2015: 11.000 MW). Der europäische Solarmarkt bricht nach den Daten von Solar Europe im Jahr 2016 dagegen um 20 Prozent auf 6.900 MW ein (2015: 8.600 MW). Das entspricht noch neun Prozent des weltweiten Marktes. 2015 lag der Marktanteil noch bei etwa 16 Prozent.

 

Der europäische Solarverband fordert daher die Politik zum Handeln auf. Denn 2016 werde als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem in Teilen der Welt die ersten Stromabnahmeverträge (Power Purchase Agreements, PPA) für Solarenergie als günstigste Energiequelle abgeschlossen wurden, erläutert James Watson, CEO von Solarpower Europe. Es sei damit die Zeit für den nächsten Investitionszyklus im europäischen Energiesektor gekommen. 

 

Der Verband appelliert an das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedsstaaten, bei den Verhandlungen um die zukünftige Ausrichtung der europäischen Energiepolitik (EU-Winterpaket bzw. Clean Energy Package) die Solarenergie zu berücksichtigen. Konkret fordert der Verband unter anderem die Anpassung der Marktregeln an die variable Solarenergie sowie die Schaffung flexibler lokaler Märkte, um die Dienste von Solarenergie und Speichern angemessen zu vergüten. Auch werden starke Rahmenbedingungen für den Eigenverbrauch benötigt, um Konsumenten und Gemeinden in den Fokus der europäischen Energie-Transformation zu stellen.


„Nachdem Europa so viele Regionen auf der Welt inspiriert hat, muss es nun seine eigene Inspiration neu finden und als Führer bei der Energie-Transformation dienen“, fordert Alexandre Roesch, Policy Direktor bei Solarpower Europe. „Wir müssen ein großes Industrieprojekt um die Solarenergie und die Erneuerbaren errichten.“

Quelle: solarbranche.de

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