FACTS & FIGURES

Das sollten Sie wissen zur Solarenergie:

  • Zu Beginn des Jahres 2017 illustrieren grossartige Meldungen den weiteren Fortschritt der Solarwirtschaft:
    • So steht nun in Aussicht, dass Solarstrom in wenigen Jahren der billigste Strom weltweit sein wird, sogar billiger als Kohle - bis in zehn Jahren gilt das schon fast überall, für China spätestens im Jahr 2030 (siehe auch Solarmedia vom 4.1.17).
    • Zu den führenden Solarnationen China, Deutschland, USA und Japan gesellt sich nunmehr Indien, welches zu den bereits gesamthaft errichteten Kapazitäten für die Solarstromproduktion (neun Gigawatt) im Jahr 2017 deren weitere neun Gigawatt hinzufügen wird.
    • Weltweit sind zum jetztigen Zeitpunkt rund 300 Gigawatt Solarstromerzeugungskapazitäten erstellt. Sie produzieren immerhin bereits rund 1,5 Prozent des weltweit verbrauchten Stroms auf einer Fläche von rund 1800 km2. Was wiederum bedeutet, dass derzeit rund 6 m2 Modulfläche für eine Leistung von 1 KWp erforderlich ist. Und diese Gesamtkapazität bedeutet auch eine Treibhausgas-Einsparung von ca. 170 Megatonnen CO2-Äquivalent. (Quelle: http://www.pv-magazine.de/nachrichten/details/beitrag/studie--umweltgewinn-von-solarmodulen-bertrifft-umweltkosten-der-herstellung_100025350/#ixzz4Unws1vVW)
  • Zum Thema Strom aus Photovoltaik kursieren in der Schweiz verschiedenste Vorurteile. Einige dieser irreführenden Behauptungen sind in einem Factsheet von Dr. D. Rufer richtiggestellt. Die Quellenangaben ermöglichen eine transparente Überprüfung:
  • Die schweizweit vorhandene Dachfläche auf Gebäuden beträgt pro Person 52 m2. Davon ist rund die Hälfte für solare Nutzung geeignet. Wiederum die Hälfte davon, also 12 m2 pro Person, sind genug (Total 100 km2), um das Ziel einer Versorgung mit Strom durch 25 % Solaranteil zu erreichen (Quelle: Energie & Umwelt 3/2012, S. 8 - Vergrössern mit Klick auf Grafik):
     
  • Anders ausgedrückt: Allein die Gebäudedächer weisen hierzulande ein sozial akzeptiertes Potenzial von 15 bis 35 Terawattstunden (TWh) solarer Jahresstromproduktion aus (oder 15 bis 35 Gigawatt installierter Solarkapazität). Eine solche Jahresstromproduktion entspricht 25 bis 35 Prozent des schweizerischen Stromverbrauchs oder fast der ganzen Atomstromproduktion hierzulande.
  • Im grossen Unterschied zur Landwirtschaft ist die finanzielle Umlage, also die so genannte Kostendeckende Einspeisevergütung KEV (es handelt sich auch nicht um klassische Subventionen) zugunsten der Erneuerbaren Energien nicht auf Dauer ausgelegt. Vielmehr ist im Gesetz bestimmt, dass die Vergütung pro Jahr um einen bestimmten Prozentsatz zurückgeht (Schweiz: mindestens 8 %) - und damit automatisch eines Tages ausläuft. Diese Vergütung wurde in den vergangenen Jahren sowohl in der Schweiz als auch andernorts in mehreren Jahren gleich mehrmals gesenkt.
  • Die  Kostendeckende Einspeisevergütung ist keine eigentliche Subvention, denn sie wird nicht vom Staat ausgerichtet, sondern eine Umlage, die von den Stromkonsumenten selbst bezahlt wird. In der Schweiz ist sie mit 0,35 Rappen pro Kilowattstunde vergleichsweise bescheiden. Auch wurden die herkömmlichen Energieformen hierzulande stets unter einem Monopolregime aufgebaut, was faktisch ebenfalls einer Förderung gleichkam. Grande Dixence wurde mit den Gewinnen aus früheren Laufkraftwerken finanziert, dann wurden die Atomkraftwerke mit den Erträgen aus den Speicherseen gebaut (Quelle: Roger Nordmann im TA-Interview 12.5.13 «Solar- und Wasserkraft nicht gegeneinander ausspielen»).
  • Die KEV verteilt die Kosten der Modernisierung unsere Stromerzeugung auf alle Stromverbraucher (das war früher bei der Errichtung der grossen Wasserkraftwerke und später bei den AKW nicht anders). Weil der Markt zu viel Unsicherheit stiftet, braucht es sie. Sie hilft neuen Anlagen und Energieformen zur Marktreife. Es braucht Investitionssicherheit, damit neue Kraftwerke gebaut werden können. Hinzu kommt auch, dass der Markt durch die externen Effekte der Atomkraft und der Klimaerwärmung verzerrt ist: Nicht der Stromerzeuger, sondern die Allgemeinheit wird die Kosten der Atomabfälle und der Klimaerwärmung bezahlen (Quelle: Roger Nordmann im TA-Interview 12.5.13 «Solar- und Wasserkraft nicht gegeneinander ausspielen»).
  • Obwohl vielfach angefeindet, hat die KEV viele weitere Vorteile, unter anderem:
    • gelang es nur mit der KEV ein schnelles Marktwachstum zu erzielen, andere Ansätze wie etwa das Quotenmodell waren nirgends so erfolgreich wie die KEV.
    • Dieser Erfolg der KEV hat auch immer mehr Regierungen überzeugt, einen solchen Einspeisevorgang zu etablieren. Weltweit sind es unterdessen zwischen 50 und 65 Staaten. 
    • Die KEV ist auch eine verursachergerechte Abgabe, weil sie in erster Linie von jenen finanziert wird, die den langfristig nicht mehr erwünschten fossil erzeugten Strom verbrauchen.
    • Der Aufwand für die KEV ist einerseits begrenzt, weil die neu ausgerichtete Vergütung in jedem Jahr gekürzt wird (siehe oben) - weil andererseits in vielen Staaten (so auch in der Schweiz) ein so genannter Deckel dafür sorgt, dass der Gesamtaufwand begrenzt bleibt - entsprechend den Mitteln, die politisch zur Verfügung gestellt werden.
  • Die Erzeugung von Solarstrom ist innerhalb eines Jahrzehnts um rund zwei Drittel billiger geworden. Kostete 1 Kilowattstunde (KWh) Solarstrom zur Jahrtausendwende noch rund einen Franken, so lag der Preis im Laufe des Jahres 2012 selbst für kleine Anlagen bei unter 35 Rappen / KWh.
  • Die Ökostromumlage (entspricht der oben erwähnten schweizerischen KEV), die in Deutschland ab 2013 auf 5,3 Eurocent steigt, ist effektiv zu weniger als der Hälfte durch den Ökostrom selbst bedingt - nur 2,3 Eurocent dienen unmittelbar der Umlage! Gleich viel wird umgelagert auf die von der Abgabe befreite Industrie und der Rest sind ebenfalls Abgaben, die nichts mit dem Ökostrom zu tun haben. 
  • Weltweit waren Ende 2011 bereits mehr als 70 Gigawatt Leistung aus Photovoltaik installiert. Das wiederum bedeutet, dass selbst bei hohem jährlichen Haushaltsverbrauch (hierzulande rund 3500 Kilowattstunden) bereits rund 20 Millionen Haushalte weltweit mit Strom von der Sonne versorgt werden. Unterdessen wurden im Herbst 2012 bereits Anlagen mit mehr als 100 Gigawatt solarer Leistung weltweit erfasst.
  • Es ist falsch, von einer aktuellen Krise der Solarbranche zu sprechen. Mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten kämpfen derzeit nicht die Betreiber von Solaranlagen, sondern die Hersteller von PV-Modulen und weiteren Komponenten. Weiterhin wird weltweit zunehmend auf Solarenergie gesetzt - in Ländern wie Deutschland, Italien, Spanien, Belgien erreicht der Anteil der solaren Stromproduktion an der Gesamtverbrauchsmenge unterdessen zwischen drei und fünf Prozent. Nun kommen weitere grosse Märkte hinzu wie die USA, Japan und immer mehr auch der Binnenmarkt in China.
  • Auch andere Branchen haben vor ihrer Verbreitung in grossen Märkten von finanzieller Unterstützung der Firmen profitiert. Man denke nur an die Entwicklung der französischen Hochgeschwindigkeitszüge (TGV). Und nicht zuletzt an die Atomenergie, die seit Beginn in allen Staaten namhaft gefördert wurde - auch in der Schweiz insgesamt mit Milliardenbeträgen.
  • Subventioniert werden weltweit gemäss Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) weiterhin in erster Linie die fossilen Energieträger (beispielsweise über Verbilligung der Öl- und Benzinkosten). Die entsprechenden Beiträge machen rund zehnmal so viel aus wie die finanzielle Unterstützung der Erneuerbaren Energien insgesamt.
  • Das rasante Wachstum der Solarindustrie hat in den vergangenen zehn Jahren vermutlich zur globalen Erwärmung beigetragen, da die zur Herstellung von Solarmodulen benötigte Energie größtenteils durch fossile Brennstoffe erzeugt werden musste. Diese These vertreten Forscher der US-amerikanischen Universität Stanford, erklären aber gleichzeitig, die Negativbilanz habe nun ihr Ende gefunden: »Zum ersten Mal, seit der Boom begann, übersteigt die von den weltweit installierten Solarmodulen im vergangenen Jahr produzierte Energie den Bedarf für die Produktion neuer Module«, so Michael Dale, Wissenschaftler des Stanford Global Climate & Energy Projects (GCEP). Den Forschern zufolge hat die Solarindustrie seit dem Jahr 2000 bis heute ein Energiedefizit angehäuft. Bis vor fünf Jahren habe die Herstellung ständig zunehmender Modulmengen noch etwa 75 Prozent mehr Energie verbraucht als die bis dahin fertiggestellten Module erzeugten. Die Solarindustrie könne bei anhaltendem technologischem Fortschritt nun jedoch, so die Forscher, dank eines gesunkenen Energiebedarfs in der Produktion, einer längeren Lebensdauer der Module und gesteigerten Wirkungsgraden ihre negative Energiebilanz bis 2015 - allerspätestens jedoch bis 2020 - ausgleichen. In Fachkreisen wird die sogenannte Energierücklaufzeit eines Solarmoduls jedoch durchaus auch weitaus niedriger angesetzt als es die Forscher der Universität Stanford taten. Eine ausgeglichene Energiebilanz wäre in diesem Fall schon vor Jahren erreicht worden. PHOTON hatte schon 1996 auf die Auswirkungen methodologischer Annahmen - zum Beispiel hinsichtlich der Gewichtung des Primärenergiebedarfs - bei der Berechnung der Energierücklaufzeit von Solarmodulen aufmerksam gemacht. Quelle 4.4.13: Stanford University, PHOTON. Aus Sicht von Solarmedia ist vorstehende Interpretation nicht korrekt - denn bei Finanzinvestitionen werden die Kosten zum Zeitpunkt der Investition auch nicht der laufenden Rechnung zugeschlagen - sonst würden viele Firmen in den Jahren des Aufbaus und starker Investitionstätigkeit ja stets finanzielle Defizite ausweisen. Auch im Energiebereich ist die für die Modulproduktion verwendete Energie als Investition zu verstehen, die im Laufe der Lebensdauer der Module abzuschreiben ist. Mit anderen Worten produziert ein Modul vom Start des Einsatzes netto neue Energie.
  • Die externen Effekte der Solarenergie werden überschätzt: Die Hauptbestandteile von Solarzellen sind Silizium, also Sand, sowie Metall und Glas. Diese Materialien lassen sich gut rezyklieren. Für die Kompensation der grauen Energie, die zur Herstellung einer Solarzelle anfällt, muss eine solche Zelle heute zwischen zwei und drei Jahren laufen. Danach sollten qualitativ hochwertige Zellen nach heutigen Schätzungen bis zu vierzig Jahre lang laufen können. Aktuell arbeitet die EU an einem Recyclingsystem für abgelaufene Solarzellen, an dem sich auch die Schweiz beteiligen soll. Ein Problem sind die Umweltbedingungen bei der Herstellung von Solarzellen. Hier lohnt es sich, auf Hersteller hochwertigen Materials zu setzen. (Quelle: Roger Nordmann im TA-Interview 12.5.13 «Solar- und Wasserkraft nicht gegeneinander ausspielen»).

Weiter führende Zusammenfassung aus Deutschland abrufbar unter:


1 Kommentar:

  1. Schön zu lesen, dass die verbrauchte Energie bald von der erzeugten überholt wird. Da braucht man kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man sich Solar zulegt. Ich hab mir schon vor 6 Jahren Solarmodule gekauft, als diese noch nicht so effektiv und relativ teuer waren. Bald muss ich die aber wohl austauschen, weil Silvester denen scheinbar nicht gut tut. Beim Einbau kann ich diese Firma wirklich empfehlen. Nett und schnell, sodass es nicht umständlich war. Man sollte wirklich darauf achten, welcher Firma man seine Anlagen anvertraut!

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